WAHNSINNs-Wochenende: zweiter Platz in der EM!

Das Wochenende war gespickt mit Höhen & Tiefen, mit harten Entscheidungen & vielen Emotionen und unendlich vielen neuen Eindrücken – eben alles, was eine Europameisterschaft ausmachen sollte.
Es folgen persönliche Eindrücke des RoboCups Junior Euro 2019.

Beginnen wir mit dem ersten Tag: Freitag. Auf dem riesigen Messegelände Hannovers war gleich von Beginn an EM-Charakter zu spüren. Das Publikum und die Kontrahenten waren aus vielen verschiedenen (europäischen) Ländern vertreten. Alle sprachen logischerweise Englisch, die Trikots waren bunt und die Mentalitäten im Wettkampf-Modus geeint. Das Englisch sprechen überraschte uns zwar nicht wirklich, aber war zu unseren bisherigen Wettkämpfen eben doch neu und ungewohnt. Auch die Schiedsrichter waren strenger. Die Labyrinthe knüpften nahtlos an das Niveau der deutschen Meisterschaft an und enthielten äußerst ausgeklügelte Raffinessen bereit.
Von unseren insgesamt fünf Durchläufen starteten wir mit einem nur mäßigen. Ich war verärgert, denn für meine zwei Jungs wäre mehr drin gewesen (jede Menge Leichtsinnsfehler und meine Hinweise im Vorfeld wurden missachtet). Es folgte die notwendige Konsequenz: Meckern!
Die Kritik nahmen Sie an, erkannten endlich die Tragweite einer EM und setzten sich sofort hin, um ihre Fehler abzustellen und ihr Gewissen zu besänftigen. Ab da ging es steil bergauf. Der bessere zweite Lauf und ein Reglementverstoß der Franzosen puschten uns dann ins Mittelfeld der Top 10. Als Belohnung ging es abends in die Innenstadt Hannovers. Hier erfuhren wir zahlreiche musikalische Eindrücke der Fête de la Musique. Überall waren Bands und Musik (besonders beeindruckend fanden wir die Bands auf der Rockmobil-Bühne).

Samstag. Nun kam Elternbeistand hinzu und unterstützten uns nicht nur moralisch. Im anstehenden dritten Lauf konnten wir unsere Durchlaufs-Punktzahl erneut steigern. Es machte sich Euphorie breit. Zwischen den dritten und vierten Lauf, die uns erwarteten, war viel Zeit. Zeit, die wir für das Messegelände nutzen wollten, um uns abzulenken. Die RoboCup-Europameisterschaft war dieses Jahr unter der Schirmherrschaft der IdeenExpo. Die Expo ist eine alle zwei Jahre stattfindende Mitmach- und Erlebnisveranstaltung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie gilt als Größte ihrer Art in Europa. Das Programm war vielseitig: Golf GTI fahren im Simulator, Flugsimulator testen, E-Bikes ausprobieren, BMW i3 fahren oder mit einem KUKA-Roboterarm durch die Luft gewirbelt werden. Andere Stände waren handwerklicher Art: schweißen, bohren, löten usw. Das Programm war durch namhafte Unternehmen und Organisationen schön gestaltet wurden. Wir suchten uns vor allem Programmpunkte heraus, in den wir gegeneinander antreten konnten. Die Schüler wollten mir nämlich nicht glauben, dass ich z.B. im GTI-Simulator schneller unterwegs sein könnte als sie. Nun ja… sie wurden in allen Disziplinen eines Besseren belehrt – YEAH! Zwischendrin ein höheres Zeichen: ich fand einen Glücks-Cent. So knüpfte Lauf 4 weiter an und wurde mit reichlich Punkten beschenkt. Eine Top 5-Platzierung war sicher und ein Hauch Hoffnung auf einen Podiumsplatz war in der Luft.

Sonntag – es stand der technisch-anspruchsvolle Finallauf an. In der Vorbesprechung gab ich noch zahlreiche nervenberuhigende Instruktionen, denn das Labyrinth war äußerst komplex und die Euphorie blendete die sonst so kühlen Köpfe der Jugendlichen. 10:40 Uhr traten Ben Puggel und Felix Renner an. Sie kamen – wie erwartet & wie die Konkurrenz auch – schleppend durch das Labyrinth. Dennoch kristallisierte sich ein kleiner, aber feiner, Unterschied heraus: sie drangen insgesamt ein paar Felder weiter vor. Dort war ein Bumper verbaut, der einen halben Zentimeter höher war als erlaubt ist. Der Roboter fuhr sich folglich fest. Weitere Punkte waren somit dahin und es schwebte die Frage in der Luft, wie man mit einem „regelwidrigen“ Labyrinth umgehen sollte. Es folgte daher eine intensive Analyse des Problems unter den Schiedsrichtern. Auch die Teams diskutieren, wie man mit dem Fehler im Labyrinth umgehen sollte. Am Ende stimmten die Teams auf Vorschlag der Schiedsrichter ab, ob der Durchlauf wiederholt werden sollte. Die Mehrheit war dagegen und wir im Nachteil. Daher gaben uns die Kampfrichter 5 Punkte für den Bumper.

Nach so viel Aufregung um einen kleinen Bumper folgte das nach Reglement übliche Zusammenzählen der Punkte und das Streichen des schlechtesten Laufes. Das Ergebnis war grandios: genau 5 Punkte waren wir besser als die ungarischen Drittplatzierten und somit sicherten wir uns die Vizemeisterschaft in Europa – WAHNSINN!
Abschließend möchten wir uns bei dem Beistand durch die Eltern und den starken Sponsoren bedanken. Sie haben uns ein unvergessliches Wochenende beschert, das so sicherlich kein zweites Mal wieder kommen wird bzw. uns ewig Erinnerungen schenkten wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.